|
Hormonell aktive Substanzen in der Umwelt :
Xeno-oestrogene
Stellungnahme der Beratungskommission der Gesellschaft für
Toxikologie in der DGPT
Einleitung - Problematik
Als endokrine Modulatoren bzw. "endocrine
disruptors" oder "Umwelthormone" werden heute Chemikalien synthetischer
und natürlicher Herkunft bezeichnet, die entweder wie körpereigene
Hormone ( agonistisch ) wirken oder deren Wirkung abschwächen ( antagonisieren ) können. In einem sehr umstrittenen Bericht 1
wurde die Hypothese aufgestellt, dass die Spermienzahlen beim Menschen
absinken [10] und dass dafür sogenannte. Xenooestrogene (Fremdstoffe mit
oestrogener Wirkung) verantwortlich sind [66, 67]. Auch
Reproduktions- und Entwicklungsstörungen bei Tieren, insbesondere
Feminisierungs-erscheinungen, und eine Zunahme bestimmter maligner
Erkrankungen beim Menschen, wie Brust- und Hodenkrebs, werden mit
Umweltoestrogenen in Verbindung gebracht [15, 16].
Endokrine Modulatoren können über verschiedene
Mechanismen auf das endokrine System einwirken: Häufig treten
Wechselwirkungen der Stoffe mit den körpereigenen Hormonrezeptoren ein;
auch Biosynthese, Transport und Abbau körpereigener Hormone können
moduliert werden [75, 80]. In der Diskussion um Umweltchemikalien
mit endokriner Wirkung finden Substanzen mit oestrogenen und mit
anti-androgenen Eigen-schaften besondere Aufmerksamkeit. Es ist
unstrittig, dass solche Stoffe in hormonell gesteuerte Prozesse
eingreifen können und dass prinzipiell die Möglichkeit besteht, dass
Entwicklung und Reproduktion gestört werden oder dass eine
Krebserkrankung gefördert wird (Gefährdungs-Potential). Die Frage,
inwieweit die bisher bekannten, meist niedrigen Konzentrationen dieser
Stoffe in Lebensmitteln und Umwelt biologisch relevant sind, ob also
sogenannte Umwelthormone unter realistischen Expositionsbedingungen
tatsächlich schädigende ( adverse ) Wirkungen bei Mensch und
Tier haben, wird aber kontrovers diskutiert. Dies hängt u.a. damit
zusammen, dass eine Risikoabschätzung 2 gerade in Bezug auf ein so komplexes System wie das Endokrinium schwierig ist und dazu noch Forschungsbedarf besteht.
In einzelnen, gut untersuchten Fällen waren
unerwünschte Wirkungen hormonartig wirkender Chemikalien auf die
menschliche Gesundheit bzw. auf Lebewesen in der Umwelt eindeutig
nachweisbar: So kann Diethylstilbestrol beim Menschen Mißbildungen und
Tumorerkrankungen hervorrufen, wenn es in hohen (pharmakologischen)
Dosen verabreicht wird ( s. Abschnitt IV ); in einigen lokal begrenzten
Regionen führten hohe Konzentrationen an Oestrogen-Agonisten oder
Anti-Androgenen in der Umwelt bei Tieren zu Störungen der Ausbildung
der Geschlechtsfunktionen ( s. Abschnitt V ). Diese Schadwirkungen
sind bisher nur bei hohen Belastungen beobachtet worden.
Auf internationalen Tagungen wurde inzwischen
eine kritische Bestandsaufnahme und Bewertung der vorliegenden
wissenschaftlichen Daten vorgenommen; ferner sind Wissens-lücken und
der daraus resultierende Forschungsbedarf definiert worden [22, 39, 76,
79]. Auf dieser Grundlage und unter Berücksichtigung neuer
Publikationen hat die Beratungs-kommission "Toxikologie" der DGPT die
vorliegende Stellungnahme erarbeitet. Ziel ist es, den Kenntnisstand
zu beschreiben und die für eine toxikologische Bewertung hormonell
aktiver Stoffe wesentlichen Elemente darzustellen. Dies soll zu einer
Versachlichung der Diskussion beitragen.
I. Exposition und Vorkommen
Oestrogenartige Effekte sind für Substanzen
mit einer erstaunlichen struktuellen Vielfalt gefunden worden, nämlich
zahlreiche von Pflanzen und Pilzen gebildete Stoffe (Phyto- und
Myko-oestrogene) sowie eine Reihe von Industriechemikalien [48, 64].
Diese Xeno-oestrogene 3 unterscheiden sich in ihrer Potenz und kommen in unterschiedlicher Menge in der Umwelt und in Lebensmitteln vor.
Zur Gruppe der Phytooestrogene gehören eine
Vielzahl von Substanzen aus verschie-denen Stoffklassen: Beispiele
sind Coumestrol (ein Coumestan), Daidzein und Genistein (Isoflavone),
Apigenin und Naringenin (Flavone), Enterodiol und Enterolacton
(Lignane) sowie beta- Sitosterol (ein Steroid) und Resveratrol,
ein natürlich vorkommendes Stilbenderivat [58, 71]. Neben diesen
Pflanzeninhaltsstoffen werden auch Schimmelpilzprodukte wie Zearalenon,
eine Lebensmittelkontaminante, zu den Phytooestrogenen gerechnet.
Mengenmäßig für den Menschen bedeutsame Phytooestrogene
sind insbesondere Isoflavone, die vorwiegend in Sojabohnen und daraus
hergestellten Produkten vorkommen; in Leinsamen und in faserreichen
Lebensmitteln finden sich vor allem Lignane [41]. Die Exposition
gegenüber Phytooestrogenen hängt von den Ernährungsgewohnheiten ab.
Japanerinnen verzehren 30-50 mal mehr Sojaprodukte als amerikanische
Frauen; sie haben entsprechend höhere Isoflavon-Expositionen [2]. Die
tagliche Aufnahme an Isoflavonen kann beim Erwachsenen nach Schätzungen
der DFG-Senatskommission zur Beurteilung der gesund-heitlichen
Unbedenklichkeit von Lebensmitteln (SKLM) bis zu etwa 1 mg/kg
Körpergewicht betragen [20].
Nach kürzlich publizierten Befunden [65]
wurden bei Säuglingsernährung auf Sojabasis mittlere Plasmaspiegel an
Genistein und Daidzein ermittelt, die erheblich höher (684 und 295
ng/ml) waren als die im Blut von gestillten oder mit Kuhmilch ernährten
Säuglingen (ca. 3 und 2 ng/ml). Die zirkulierenden
Isoflavonkonzentrationen liegen damit höher als bei erwachsenen
Japanern (40 - 240 ng/ml). Sie lassen sich mit einer im Vergleich zu
Erwachsenen höheren Nahrungsaufnahme auf Körpergewichtsbasis erklären;
die tägliche Phyto-oestrogen-Exposition durch sojahaltige
Säuglingsnahrung betrug ca. 4,5 - 8 mg/kg Körpergewicht.
Oestrogene Aktivitäten sind auch für viele
Stoffe synthetischen Ursprungs beschrieben, u.a. verschiedene
Pestizide, polychlorierte Biphenyle, Alkylphenole, Bisphenole und
einige Phthalate, die als Verunreinigung in der Umwelt und in
Lebensmitteln auftreten können. Beispiele sind: DDT, Endosulfan,
Kepon, Methoxychlor, Toxaphen, 4-Hydroxy-2',4',6'-trichlorbiphenyl, p-tert -Octylphenol, 4-Nonylphenol, Bisphenol A, Butylbenzylphthalat und Di- n- butylphthalat.
Persistente Stoffe wie Organochlorpestizide und polychlorierte
Biphenyle können sich in der Nahrungskette anreichern und finden sich
in Spuren praktisch überall 4 . Jedoch ist die Belastung mit diesen Stoffen rückläufig [35, 43] .
Schätzungen der SKLM zufolge beträgt die durchschnittliche tägliche
Aufnahme an polychlorierten Biphenylen mit der Nahrung ca. 0,1 Mikrogramm pro
Körpergewicht, für Bisphenol A ist es maximal 1 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht [20].
Vergleichbar geringe Aufnahmen sind für Phthalate ermittelt worden [56,
57].
Fazit (1): Eine toxikologische Bewertung muss
immer die verschiedenen Quellen für hormonartig wirkende Stoffe
berücksichtigen und ihren Beitrag zur Gesamtbelastung abschätzen. Für
den Menschen und für Tiere in verschiedenen Lebensräumen sind dabei
teilweise recht unterschiedliche Expositionssituationen zu
berücksichtigen. So sind Belastungen mit oestrogenartig wirkenden
synthetischen Stoffen vor dem Hintergrund der unvermeidlichen Aufnahme
an Phytooestrogenen mit der Nahrung und der physiologischen Variation
endogener Hormonspiegel zu sehen.
II. Feststellung von Wirkung und Wirkungsstärke
Zur Prüfung
von Stoffen auf oestrogene oder antioestrogene Aktivität können
verschiedene in vitro und in vivo
Methoden herangezogen werden. Sie sind unterschiedlich aufwendig und
besitzen verschiedene Empfindlichkeit und Aussagekraft. Für eine
ausführlichere Darstellung muss auf die Literatur verwiesen werden [21,
54, 61, 84]. In vitro Assays sind vor allem für ein
Screening verdächtiger Stoffe und für Untersuchungen zum
Wirkungsmechanismus von Bedeutung. Für die Ermittlung der
Wirkungsstärke sind aber Befunde aus in vivo Tests unverzichtbar, denn alle in vitro Testsysteme
sind dahingehend limitiert, dass Fragen zur Toxikokinetik einer Substanz
unbeantwortet bleiben. Zudem lassen sich in vivo
auch andere, nicht direkt Hormonrezeptor-vermittelte endokrine
Wirkungen und gewebe-spezifische hormonelle Aktivitäten erfassen.
in vitro Tests
für die Wirkung hormonell aktiver Stoffe ist deren
Interaktion mit zellulären Rezeptoren von zentraler Bedeutung.
Allerdings ist die Stärke der Interaktion sehr unterschiedlich:
Phytooestrogene wie Coumestrol, Daidzein und Genistein binden z.B. etwa
100 bis 1000 mal schwächer an den Oestrogenrezeptor als das
körpereigene Hormon Oestradiol [51]. für synthetische Stoffe wie die
o.g. Industriechemikalien und Pestizide wird erst bei Konzentrationen,
die 10 000 bis 100 000-fach höher liegen als bei Oestradiol, eine
Bindung messbar [27]. Die Affinität zum Rezeptor allein läßt jedoch
keine Aussagen über die Wirkqualität (agonistisch oder antagonisch) zu.
Daher sind funktionale Tests entwickelt worden, mit denen sich die
aus einer Rezeptorinteraktion resultierenden Effekte auf zellulärer
oder molekularer Ebene messen lassen.
Mit dem als sehr sensitiv geltenden "E-Screen" sind
z.B. etliche in der Umwelt vorkommende Chemikalien untersucht worden.
In diesem Test wird ihre proliferations-fürdernde Wirkung in der
Oestrogen-sensitiven Brustkrebszellinie (MCF-7) mit der von Oestradiol
(E 2 ) verglichen. Die synthetischen Stoffe waren alle deutlich
schwächer wirksam als Phytooestrogene und um Größenordnungen (4-6
Zehnerpotenzen) schwächer wirksam als Oestradiol (siehe Tabelle 1 und dort genannte Literatur).
In anderen in vitro Tests wird die
Transaktivierung bestimmter Hormon-regulierter Gene
(Reportergen-Assays) oder die vermehrte Produktion eines geeigneten
Markerproteins bestimmt, z.B. Vitellogenin-Induktion in
Fischhepatozyten [4].
in vivo Untersuchungen
Die biologisch wirksame Konzentration und damit die
oestrogene Wirkungsstärke einer Substanz wird im Organismus wesentlich
von pharmakokinetischen Faktoren wie Resorption, Verteilung und
Ausscheidung bestimmt, die in vitro nicht berücksichtigt werden. Zudem können in vitro Testsysteme
häufig nicht oder nur bedingt Pro-oestrogene in eine aktive Form
umwandeln, wie das Beispiel Methoxychlor zeigt: Die Substanz selbst ist
in vitro inaktiv, wird aber im Nager-Bioassay nach Umwandlung in den aktiven Metaboliten (HPTE 5 ) als oestrogen wirksam erkannt [68].
Aus diesem Grund ist die Prüfung im Tierversuch
unverzichtbar. Dazu wird meist die Wirkung eines Stoffes auf das
Oestrogen-Zielorgan Uterus untersucht [54, 61] . Im
Uterus-gewichts-Test mit juvenilen Ratten sind die Aktivitäten von o,p? -DDT und Kepon um 4 Zehnerpotenzen geringer als die von Oestradiol [14, 33]. Die relative Wirkungsstärke ist also in vivo deutlich höher, als die in vitro Daten es zunächst vermuten lassen, was jedoch in Einklang mit der langsamen Elimination dieser sehr lipophilen Stoffe steht.
Im Uterusgewichts-Test an juvenilen (präpubertären) CD-1 Mäusen sind bei subkutaner Gabe für p-Nonylphenol oder o,p? -DDT
erst bei Dosierungen von mehr als 10 000 Mikrogramm pro Kilogramm KG uterotrophe Effekte
nachweisbar; Endosulfan zeigte keine, Kepon nur eine sehr schwache
Aktivität [ 68]. Weitere Versuche mit oraler Applikation der Stoffe, also dem in der Praxis bedeutsamsten Aufnahmepfad, stehen noch aus.
für Phytooestrogene liegen ältere Daten aus einem Uterusgewichtstest an Mäusen vor ( Tabelle 2 ).
Die für Zearalenon, Coumestrol und Genistein ermittelten Aktivitäten
lagen weit (4 bis 6 Zehnerpotenzen) unten denen von DES [71]. Auch
wenn man berücksichtigt, dass DES bei oraler Gabe viel wirksamer ist als
Oestradiol, ist die ermittelte Wirkstärke der Phytooestrogene im
Vergleich zu körpereigenen Hormonen deutlich geringer. Bei
entsprechend hoher Exposition kann aber durchaus eine endokrine Wirkung
auftreten (s. Abschnitt IV) . In diesem Kontext ist aber der Hinweis
angebracht, dass "endokrine Wirkung" nicht von vornherein mit "adversem
Effekt" gleichzusetzen ist.
für eine toxikologische Bewertung der Umweltoestrogene
sind neben Daten zur Wirkungsstärke (Dosis-Wirkungs-Beziehungen) auch
Informationen zur Pharmako-kinetik notwendig [9, 39]. In in vivo Studien
wird deren Bioverfügbarkeit (resorbierte Anteile) anhand der
Blutspiegel und das Bioakkumulationsverhalten der Stoffe ermittelt.
für repräsentative Umweltoestrogene werden im Rahmen verschiedener
Forschungs-vorhaben solche Untersuchungen durchgeführt. Das Ziel,
eine Datenbasis für Wirkungs-stärkenvergleiche und zur Pharmakokinetik
dieser Stoffe zu schaffen, dürfte in den nächsten Jahren erreicht
werden.
Fazit (2) : In vitro Testmethoden eignen sich vorrangig zur Prüfun g (dem Screening)
von Verdachtsstoffen und einer ersten Abschätzung ihrer hormonellen
Aktivität; ihr Einsatz ist auch für Untersuchungen zum
Wirkungsmechanismus geeignet. In vivo Versuche sind zur
Bestimmung der relativen Wirkungsstärke und zur Aufklärung der
Pharmakokinetik erforderlich und müssen neben Informationen zur
Expositionshöhe als wichtige Elemente in eine Risikoabschätzung für
Umweltoestrogene eingehen.
III. Kombinationseffekte:
Aus
der Interaktion eines Fremdstoffs mit dem Oestrogenrezeptor kann nicht
nur eine agonistische , sondern auch eine antagonistische
Wirkung resultieren. Diese ist erst feststell-bar, wenn der fragliche
Stoff in Kombination mit Oestradiol geprüft wird. Auch dann dürfte
eine eindeutige Zuordnung zur Gruppe der "Xeno-Oestrogene" bzw. "Xeno-Anti-Oestro-gene" nicht immer möglich sein, wie das Beispiel des
Arzneimittels Tamoxifen zeigt: in MCF-7 (Brustkrebs-)Zellkulturen sind
- je nachdem ob es allein oder in Kombination mit Oestradiol geprüft
wird - oestrogene bzw. antioestrogene Wirkungen festzustellen. Am
Endometrium, einem anderen "Zielgewebe", wirkt Tamoxifen überwiegend
agonistisch [81]. für Umweltoestrogene stehen Untersuchungen in
Kombination mit Oestradiol noch aus; solche Untersuchungen haben dem
Umstand Rechnung zu tragen, dass der weibliche und männliche Organismus
selbst oestrogene Hormone produziert. Auch zur Frage
gewebe-spezifischer Effekte von Fremdstoffen besteht noch weiterer
Forschungsbedarf. In diesem Kontext sind neuere Erkenntnisse über
molekulare Wirkmechanismen von Steroiden und Befunde über
Oestrogenrezeptor-Subtypen mit unterschiedlicher Organverteilung von
Interesse [42, 44].
Fazit (3) : Umweltstoffe pflanzlicher und
synthetischer Herkunft können sowohl oestrogene als auch antioestrogene
Eigenschaften haben. Zur weiteren Charak-terisierung ihrer
Wirkqualität ( agonistisch / antagonistisch ) sind Untersuchungen in
verschiedenen Zielgeweben und in Kombination mit Oestradiol angezeigt.
Ob Stimulation oder Hemmung zum Tragen kommt, kann von der Dosis, der
Spezies, dem betrachteten Zielorgan und dem endokrinen Status des
Organismus abhängen.
Eine andere in Verbindung mit der Bewertung
von Umweltoestroge nen intensiv diskutierte Frage ist die nach
überadditiven, synergistischen Effekten bei Mischexpositionen. Anlaß
zur Besorgnis hatten 1996 publizierte Studien mit Gemischen
umweltrelevanter Fremdstoffe gegeben: es wurde berichtet, dass in einem
Reportergen-Assay in Hefe zwei oder drei einzeln nur schwach wirksame
Stoffe in Kombination tausendfach wirksamer waren [ 5 ] . Diese
Befunde ließen sich jedoch bei Wiederholungsexperimenten in anderen
Laboratorien in keinem Fall reproduzieren [6, 60a,b], und kürzlich ist
von den Autoren selbst ein offizieller Widerruf der o.g. Publikation
veröffentlicht worden [46].
Fazit (4): Es gibt keine Anhaltspunkte dafür, dass
bei gleichzeitiger Exposition gegenüber mehreren Umweltoestrogenen
überadditive Wirkungen auftreten.
IV. Erfahrungen beim Menschen :
für die biologische Plausibilität einer
Gefährdung durch Umweltstoffe mit oestrogener Aktivität wird meist das
Beispiel Diethylstilbestrol (DES) angeführt.
Dieses oral stark wirk-same Oestrogen wurde schwangeren Frauen in der
irrigen Annahme verabreicht, es könne zum Erhalt der Schwangerschaft
beitragen und Fehlgeburten verhindern. DES wurde in massiven
Dosierungen verordnet: üblicherweise anfangs 5 mg täglich, dann alle
zwei Wochen um weitere 5 mg tägich gesteigert, also z.B. im achten
Monat ≥125 mg/Tag [37]. In tierexperimentellen Studien [52] und in
ausgedehnten epidemiologischen Untersuchungen (s.u.) wurde zweifelsfrei
bewiesen, dass sehr hohe Dosen von DES in der Schwangerschaft die
Entwicklung des Foeten schwerwiegend beeinträchtigen können.
Bei jungen Frauen traten als Folge einer
vorgeburtlichen DES-Einwirkung (mit einer Inzidenz von 0,1-1 von 1000)
Adenokarzinome der Scheide und der Cervix auf. Bei einem viel höheren
Prozentsatz der sogenannten "DES-Töchter" wurden eine
vaginale Adenose und andere, nicht-tumorigene Veränderungen des
Genitaltraktes diagnostiziert [36, 50]. Derzeit können keine Aussagen
darüber gemacht werden, ob in dieser Gruppe noch mit Spätfolgen, z.B.
einem erhöhtem Tumorrisiko nach der Menopause, zu rechnen ist.
In der Gruppe der "DES-Mütter" wurde
eine geringe, aber statistisch signifikante Erhöhung der
Brustkrebs-Inzidenz gefunden, die erst nach einer langen zeitlichen
Latenz auftrat [30]. Nach neueren Studien [17] steigt das relative
Risiko mit dem Alter nicht weiter an; es liegt mehr als 30 Jahre nach
der DES-Einnahme bei etwa 1,35.
Bei den männlichen Nachkommen DES-behandelter
Frauen wurden Epididymis-Zysten, Kryptorchismus und andere
Genitaltraktabnormalitäten (u.a. hypoplastische Hoden) viel häufiger
festgestellt als bei nicht exponierten Vergleichspersonen (etwa 30 %
gegenüber 8 %). Die durchschnittliche Spermienzahl war bei den
DES-exponierten männern nur geringfügig niedriger als bei den
Kontrollen (91 x 10 6 /ml gegenüber 115 x 10 6 /ml); allerdings war
bei den "DES-Söhnen" die Spermienqualität (nach Eliasson)
eindeutig schlechter [28]. Dies wurde mit einer höheren Inzidenz
hypoplastischer Hoden in der DES-Gruppe in Verbindung gebracht.
Dieselben Personen wurden nochmals im Alter von 38-41 Jahren untersucht
und dabei keine Anzeichen für eine verminderte Fertilität gefunden
[83]. Frühere Hinweise auf eine erhöhte Inzidenz an Hodenkrebs 6 wurden in umfangreichen neueren Studien nicht bestätigt [63, 80].
In Kohorten von "DES-Söhnen" ,
die vergleichsweise niedrigen maternalen DES-Dosen ausgesetzt waren (z.
B. in der Mayo-Clinic) fanden sich interessanterweise keine Anzeichen
für unerwünschte Effekte, wie sie in den Studien von Hochdosis-Kohorten
(z.B. der Univer-sity of Chicago) als Folge einer DES-Exposition in utero
beschrieben sind [29, Review]. Im Mausmodell waren bei
unterschiedlich hohen DES Gaben nur in der höchsten Dosisgruppe
Genitaltraktveränderungen in männlichen Nachkommen feststellbar [47,
53]. Tierexperimen-telle Studien und epidemiologische Befunde zeigen
übereinstimmend die Existenz einer eindeutigen Dosis-Wirkungsbeziehung;
offenbar kommt es unterhalb einer bestimmten (Frage: welcher ?)
maternalen DES-Dosis nicht mehr zur Auslösung unerwünschter Effekte.
Fazit (5) : Ein kausaler Zusammenhang zwischen
der Einwirkung eines hormonell wirksamen Fremdstoffs und adversen
Effekten auf die menschliche Gesundheit ist mit wenigen Ausnahmen, z.B.
DES, nicht nachgewiesen. Die Annahme, dass gleichartige
Gesundheitsschäden wie nach hohen Dosen des stark wirksamen Stoffes DES
auch infolge sehr niedriger Exposition des Foeten in utero mit gering wirksamen Xenooestrogenen eintreten, ist extrem unwahrscheinlich.
Bei der Abschätzung von Risiken für niedrig
konzentrierte Xenooestrogene ist die Betrachtung in der Therapie üblicher Dosierungen von Steroidhormonen nützlich.
Sie können Anhaltspunkte dafür liefern, bei welchen Hormonmengen mit
einer Wirkung auf das Endokrinium zu rechnen ist. Bei oralen
Kontrazeptiva liegen die Ethinyloestradioldosen bei 10 - 50 Mikrogramm/Tag.
Zur Hormonsubstitution in der Menopause werden verschiedene (meist
geringer wirksame) oestrogene Steroide in höheren Dosen (meist 1-2
mg/Tag) eingesetzt.
Bereits vor etlichen Jahren ist die Sorge
geäußert worden, von Mensch und Tier ausgeschiedene Steroidhormone, die
ins Trinkwasser gelangen, könnten zu einer relevanten
Oestrogenbelastung des Menschen führen. ältere Messungen in
Trinkwasserproben ergaben Werte von maximal 22 ng Ethinyloestradiol pro
Liter [62]. Bei einer täglichen Aufnahme von 2 Litern entspräche das
einer Zufuhr von ca. 50 ng Ethinyloestradiol pro Tag. Diese Menge ist
weit niedriger als die geringste Dosis, bei der - selbst bei Kindern -
eine Hormon-wirkung nachweisbar ist, nämlich 2 - 5 Mikrogramm täglich [74].
Somit ist sogar bei dieser (relativ hohen) Belastung im Trinkwasser
eine Auswirkung auf den Mensch sehr unwahrscheinlich. Nach neuen
Untersuchungen über das Vorkommen von Umweltoestrogenen im Wasser lag
die Summe an freiem und konjugiertem Ethinyloestradiol bei maximal 2,5
ng/L; dabei überwogen in der Mehrzahl der Stichproben natürliche
Oestrogene (Oestriol) [38]. Allerdings ist nicht auszuschließen, dass
von Mensch und Tier ausgeschiedene natürliche und synthetische
Steroidhormone mit oestrogener Aktivität u.U. bei aquatischen
Organismen endokrine Effekte auslösen (s. Abschnitt V).
Obwohl die Wirkstärke der Phytooestrogene
deutlich geringer ist als diejenige von körpereigenen Oestrogenen, kann
bei entsprechender Exposition durchaus eine Wirkung auf das endokrine
System auftreten, wie neuere Studien gezeigt haben. Bei jungen
Frauen, die während eines Menstruationszyklus täglich 60 g Sojaprotein
(mit 45 mg Isoflavonen) erhielten, kam es zur Verlängerung des Zyklus,
insbesondere der follikulären Phase, und zu deutlich erniedrigten
LH- und FSH-Gipfeln in der Zyklusmitte, also zu Effekten auf
gonado-trope Hormone und ferner zu einer Senkung der
Serum-Cholesterol-Spiegel [12, 13]. Das Beispiel illustriert, dass
eine endokrine Wirkung nicht automatisch mit "unerwünschtem Effekt"
gleichzusetzen ist: In der Follikelphase ist die Zell-teilungsrate in
der Brustdrüse niedriger als in den übrigen Zyklusphasen [24] und für
Frauen mit einem längeren Zyklus wird ein niedrigeres Brustkrebsrisiko
erwartet [11]. In Japan, wo der Verzehr von Sojaprodukten 30-50 mal
höher ist als in den USA, sind die Brustkrebsraten niedrig, in den USA
aber hoch. Sojaprodukte bzw. die darin enthaltenen Phytooestrogene
haben also möglicherweise eine Schutzwirkung; eine Vorstellung, die
durch Befunde in verschiedenen tierexperimentellen Tumormodellen
gestätzt wird [ Reviews 2, 11].
Besonders hohe Belastungen mit
Phytooestrogenen können bei Säuglingen und Klein-kindern bestehen.
Säuglinge, die Babynahrung auf Sojabasis erhalten, verzehren auf
körper-gewichtsbasis mit 4,5-8 mg/kg das 6-11 fache der täglichen
Isoflavon-Dosis (0,7 mg/kg), die in erwachsenen Frauen eine
Zyklusverlängerung bewirkte [12]. Da die gemessenen
Isoflavon-Plasmaspiegel (Genistein plus Daidzein ca. 980 ng/ml) auch
erheblich höher sind als die endogenen Oestrogenspiegel in Säuglingen
[65], ist trotz der geringeren Wirkstärke (ca. 1/1000 der von
Oestradiol ) nicht auszuschließen, dass die Phytooestrogene biologisch
wirksam werden. Es besteht also noch Unsicherheit in Hinblick auf
endokrine Effekte und mögliche Konsequenzen bei diesem Personenkreis.
Andererseits werden Sojadiäten seit etwa 30 Jahren bei Säuglingen mit
Kuhmilchallergien eingesetzt; die damit bestehende Erfahrung hat bisher
keine nachteiligen Effekte auf die Entwicklung dieser Kinder erkennen
lassen. Genauere Untersuchungen an diesen Personen stehen aus.
Zu einer ähnlichen Bewertung kam die
DFG-Senatskommission zur Beurteilung der gesundheitlichen
Unbedenklichkeit von Lebensmitteln: Danach spielen unter den in
Lebens-mitteln vorkommenden Stoffen mit hormonellem Potential
pflanzliche Oestrogene die größte Rolle. Sie weist auch darauf hin,
dass die Bedeutung ihres Vorkommens in Lebensmitteln für die Gesundheit
des Menschen in verschiedenen Lebensphasen noch nicht endgültig geklärt
ist und eine hohe Exposition im frühkindlichen Alter besondere
Beachtung verdient. Ferner kam die SKLM zu dem Schluß, dass Stoffe
anthropogenen Ursprungs, die oestrogene Eigenschaf-ten besitzen, mit
Lebensmitteln in viel geringeren Mengen als Phytooestrogene aufgenommen
werden und die in Lebensmitteln vorkommenden geringen Konzentrationen
der synthetischen Stoffe nach gegenwärtigem Stand kein gesundheitliches
Risiko darstellen [20].
Fazit (6) : Die Erfahrungen mit Phytooestrogenen
und therapeutisch genutzten Steroidhormonen zeigen (zum einen), dass
eine endokrine Wirkung nicht gleich-bedeutend mit "unerwünschtem
Effekt" ist. Sie zeigen aber auch, wie schwierig es ist, eine
Wirksamkeitsschwelle zu definieren.
V. ökotoxikologische Aspekte
Umweltoestrogene sind in unterschiedlichem
Umfang in den Lebensräumen (Habitat) verschiedener Tierarten
nachweisbar. An Orten mit erheblicher Kontamination sind bei einigen
Spezies Reproduktions- und Entwicklungsstörungen beobachtet worden, die
auf eine Belastung mit synthetischen Chemikalien mit hormonartiger
Wirkung zurückgeführt worden sind. Ein bekanntes Beispiel ist der
Apopka-See in Florida, in den bei einem Unfall hohe Mengen des
DDT-haltigen Insektizids Dicofol gelangten. Es fiel auf, dass an
diesem See viele Alligatoreier unbefruchtet blieben und die
Alligatormännchen einen kleineren Penis hatten [31, 32]. Die
Feminisierung der männlichen Alligatoren wurde anfangs auf die
oestrogenen Eigenschaften von DDT - Isomeren zurückgeführt; inzwischen
ist für den persistierenden Metaboliten p,p ?-DDE eine ausgeprägte anti-androgene Wirkung nachgewiesen worden [40].
Lipophile Stoffe wie DDT werden im körperfett
gespeichert; am stärksten akkumulieren sie bei Tierarten, die am Ende
der Nahrungskette stehen. Seemöwen gehörten daher zu den ersten
Spezies, bei denen deutlich verminderte Bruterfolge 7
beobachtet und auf hohe körpergehalte an Organochlorverbindungen
zurückgeführt wurden [26]. In anderen Fällen ist oft noch unklar,
inwieweit adverse Effekte auf Reproduktion und Entwicklung bei
wildlebenden Tieren tatsächlich auf eine erhöhte Exposition gegenüber
Umwelthormonen zurückzuführen sind, zumal auch andere Stoffklassen und
nicht-chemische Veränderungen im Lebensraum dabei eine Rolle spielen
können [77]. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit einer sorgfältigen
Erforschung von Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen.
ähnlich wie beim Menschen ist auch für Tiere
in verschiedenen Lebensräumen neben synthetischen Umwelthormonen eine
Exposition gegen andere Stoffe natürlicher Herkunft wie Phytooestrogene
und Steroide in Betracht zu ziehen. So ist die Beobachtung einer
stark verminderten Fertilität bei australischen Schafen nach Aufnahme
bestimmter Kleesorten mit hohen Gehalten an Isoflavonen und Coumestrol
ein deutlicher Hinweis auf deren endokrine Wirksamkeit in Säugetieren
[1]. Phytooestrogene sind auch im Abwasser von Papiermühlen
nachgewiesen worden. Es wird diskutiert, dass sie bei Fischen, die an
solchen Standorten leben, für Feminisierungserscheinungen
verantwortlich sind [49].
Die Ausscheidung von Steroidoestrogenen durch
Menschen und Nutztiere ist eine weitere wichtige Ursache für die
Exposition mit Hormonen bei aquatischen Organismen, z.B. Fischen in
Abwässern aus Kläranlagen [59]. In neueren britischen Untersuchungen
wurde eine chemische Fraktionierung mittels HPLC mit einem Bioassay für
"Oestrogenität" kombiniert. Es ergab sich, dass ganz überwiegend (zu
> 80 %) Steroidoestrogene natürlicher Herkunft für die oestrogene
Aktivität in Kläranlagenabläufen verantwortlich waren [73]. Auch in
Proben aus verschiedenen Stufen des Wasserkreislaufs in Deutschland
überwogen natürliche Oestrogene und deren Metabolite; gelegentlich
waren auch nennenswerte Konzen-trationen an Ethinyloestradiol (EE 2 )
messbar [38, 72]. Die gefundenen Steroid-Konzentra-tionen lagen
teilweise in Bereichen, die für eine Auslösung hormoneller Effekte,
z.B. Vitello-genin-Induktion in männlichen Regenbogenforellen,
hinreichend sind, nämlich im Bereich von 0,3 ng/L für EE 2 ; für
Alkylphenole tritt dies erst bei 10 Mikrogramm pro Liter und darüber auf [34].
Inwieweit natürliche oder andere Stoffe mit oestrogener Aktivität für
endokrine Effekte an Fischen verantwortlich sind, hängt weitgehend vom
Eintrag und damit vom untersuchten Gewässer ab. Zur Beurteilung der
Relevanz in Gewässern vorkommender Stoffkonzentra-tionen für die
Entfaltung endokriner Wirkungen werden weitere Daten benötigt;
Vitellogenin-Induktion ist ein Biomarker für Exposition, steht aber
noch nicht für schädigung einer Population. Expositions-Wirkungsdaten
in adäquaten Prüfsystemen liegen bisher nur für wenige Substanzen mit
endokriner Aktivität vor; als adäquat werden dabei primär in vivo Teste an aquatischen Organismen angesehen [79].
Die Komplexität der ökotoxikologischen
Aufgabenstellung spiegelt sich auch in der Forderung nach einer Prüfung
von Verdachtsstoffen in verschiedenen Tierarten 8 wider [3, 4] . Folgende Gesichtspunkte sind hierbei u.a. zu berücksichtigen. Speziesunterschiede in der Metabolisierung :
sie können z.B. zu einer mehr oder weniger effizienten Inaktivierung
von Umweltoestrogenen und damit zu unterschiedlich hohen inneren
Wirkspiegeln führen. Ferner sind Unterschiede in Hinblick auf die eine sexuelle Differenzierung prägenden Hormone
bekannt: bei Säugern sind es primär Oestrogene, bei Vögeln Oestrogene
und Androgene, bei einigen Reptilien und Fischen auch andere Faktoren,
wie z.B. Temperatur [4, 77]. Zudem gibt es deutliche Unterschiede bei den endogenen Hormonspiegeln zwischen den Arten: sie lassen unterschiedliche Empfindlichkeiten gegenüber möglichen Störungen ihrer endokrinen Regulationsmechanismen erwarten.
Die Sorge, dass Stoffe mit Wirkung auf das
endokrine System den Reproduktionserfolg einzelner Spezies in
bestimmten Lebensräumen gefährden können, wird von Wissenschaft und
Politik ernst genommen. Dort, wo klare Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge
aufgezeigt worden sind, hat dies bereits früher zu Stoffverboten und zu
Anwendungsbeschränkungen geführt (z.B. DDT-Verbot; PCB-Regulation;
Beschränkung von Antifouling-Anstrichen mit Tributylzinn). Eine
Forderung nach einem prophylaktischen Stoffverbot von Chemikalien, für
die hormonähnliche Eigenschaften (ein Gefährdungspotential)
nachgewiesen wurden, sollte nur unter bestimmten Bedingungen in
Erwägung gezogen werden, nämlich wenn Expositionsausmaß und in vivo
nachgewiesene Wirkungsstärke eine Gefährdung erwarten lassen.
Hormonelle Aktivität allein bedeutet nicht Toxizität, die ein Verbot
begründen könnte ( s. Abschnitt IV . ). Bei einem Stoff mit geringer
hormoneller Aktivität ohne Kumulationsneigung sind Zweifel angebracht,
ob in der Praxis auftretende Mengen zu relevanten biologischen
Wirkungen führen können.
( Fazit 7) : Die ökotoxikologie steht vor der
schwierigen Aufgabe, mögliche Ursachen bei der Beeinflussung
hormoneller Steuerungen und deren Wirkungen auf Organismen (bzw.
Populationen) in sehr unterschiedlichen Lebensräumen zu ermitteln.
Außer der oestrogenen Aktivität von natürlichen und synthetischen
Umwelthormonen müssen dabei auch antiandrogene Wirkungen berücksichtigt
werden. Besondere Beachtung verdienen Stoffe, die zur Bioakkumulation
neigen.
Unter Berücksichtigung tierartlicher Unterschiede
und aus der Erkenntnis, dass auch nicht-chemische Veränderungen in der
Umwelt den Reproduktionserfolg einzelner Spezies deutlich beeinflussen
können, ergibt sich die Notwendigkeit einer sorgfältigen Erforschung
von Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen.
Schlussbemerkungen
Beobachtungen über die Beeinflussung
hormoneller Regulationsmechanismen bei Mensch und Tier haben die
Aufmerksamkeit auf eine mögliche Gefährdung durch Umwelt-stoffe mit
hormoneller, insbesondere solche mit oestrogener Aktivität gelenkt.
Die verfüg-baren Informationen über Wirkungsweise, Dosis-Abhängigkeit
und Art der Exposition (Expositionsszenarien) lassen das Ausmaß der
Gefährdung für den Menschen gering erscheinen. Die ökotoxikologischen
Auswirkungen sind demgegenüber weniger klar.
für eine fundierte Risikocharakterisierung und Risikoabschätzung
sind weitergehende Untersuchungen erforderlich. Dem tragen zahlreiche
Forschungsprogramme in verschiedenen Ländern Rechnung. Auch in
Deutschland wird Forschung auf diesem Gebiet unterstätzt: etliche
Vorhaben zum Thema "Chemikalien in der Umwelt mit Wirkung auf das
endokrine System (Umwelthormone)" mit Mitteln der Bundesregierung [18]
und weitere Projekte durch den Verband der Chemischen Industrie und
einzelne Bundesländer. Weitere Informationen zu abgeschlossenen und
zu laufenden Projekten sind beim Umweltbundesamt erhältlich, das auch
die nationalen Aktivitäten koordiniert.
G.H. Degen*, H. Foth, R. Kahl, H. Kappus, H.G. Neumann,
F. Oesch, R. Schulte-Hermann
* Korrespondenz-Adresse: Frau Prof. Dr. Gisela Degen, Institut für
Arbeitsphysioogie an der Universität Dortmund, Ardeystr. 67, D-44139
Dortmund
Literatur
[ 1] Adams NR (1989) Phytoestrogens. In: Toxicants of
Plant Origin, Vol 4: Phenolics (Cheeke PR, ed), CRC Press, Boca Raton,
Florida, pp. 23-51
[ 2] Adlercreutz H (1995) Phyto-estrogens:
Epidemiology and a possible role in cancer protection. Environm Health
Perspect 103 (suppl 7): 103-112
[ 3] Ankley GT, Johnson RD, Detenbeck NE, Bradbury
SP, Toth G, Folmar LC (1997) Development of a research strategy for
assessing the ecological risk of endocrine disruptors. Rev Toxicol
1: 231-267
[ 4] Ankley GT, Mihaich E, Stahl R, Tillitt D, Colborn T, McMaster S, Miller R et al
(1998) Overview of a workshop on screening methods for detecting
potential (anti-) estrogenic/ androgenic chemicals in wildlife.
Environm Toxicol Chem 17: 68-87
[ 5] Arnold SF, Klotz D, Collins BM, Vonier PM,
Guillette LJ, McLachlan JA (1996) Synergistic activation of estrogen
receptor with combinations of environmental chemicals. Science 272:
1489-1492
[ 6] Ashby J, Lefevre PA, Odum J, Harris CA,
Routledge EJ, Sumpter JP (1997) Synergy between synthetic estrogens ?
Nature 385: 494
[ 7] Bahadur G, Ling KLE, Katz M (1996) Statistical
modelling reveals demography and time are the main contributing factors
in global sperm count changes between 1938 and 1996. Human
Reproduction 11: 2635-2639
[ 8] Bromwich P, Cogen J, Stewart I, Walker
A (1994) Decline in sperm counts: an artefact of changed reference
range of "normal" ? Brit Med J 309: 19-22
[ 9] Bundesministerium für Justiz (Hrsg.)
Ausschreibung von Forschungsvorhaben zum Thema "Chemikalien in der
Umwelt mit Wirkung auf das endokrine System ("Umwelthormone").
Bundesanzeiger, Jahrgang 48: Nr 243, (1996)
[10] Carlsen E, Giwercman A, Keiding N, Skakkebaek
NE( 1992) Evidence for decreasing quality of semen during past 50
years. Brit Med J 305: 609-613
[11] Cassidy A (1996) Physiological effects of
phyto-estrogens in relation to cancer and other human health risks.
Proceedings of the Nutrition Society 55: 399-417
[12] Cassidy A, Bingham S, Setchell KDR (1994):
Biological effects of soy protein rich in isoflavones on the menstrual
cycle of premenopausal women. Am J Clin Nutr 60: 333-340
[13] Cassidy A, Bingham S, Setchell KDR (1995)
Biological effects isoflavones in young women: importance of the
chemical composition of soyabean products. Brit J Nutr 74: 587-601
[14] Cecil HC, Bitman J, Harris SJ (1971) Estrogenicity of o,p?-DDT in rats. Agr Food Chem 19: 61-65
[15] Colburn T, Clement C, Eds. (1992)
Chemically-induced alterations in sexual and functional development:
The wildlife/ human connection Princeton Scientific Publ Co,, New
Jersey
[16] Colburn T, Dumanoski D, Myers JP (1996) Die bedrohte Zukunft. Droemer Knauer, München
[17] Colton T, Greenberg ER, Noller K et al
(1993) Breast cancer in mothers prescribed diethylstilbestrol in
pregnancy. Further follow-up. J Amer Med Ass 269: 2096-2100
[18] Deutscher Bundestag, Drucksache 13/10606 vom 06.05.1998
[19] Deutsche Forschungsgemeinschaft (1983) rückstände
in Lebensmitteln tierischer Herkunft. Mitteilung X der Kommission zur
Prüfung von rückständen in Lebensmitteln. Verlag Chemie, Weinheim
[20] Deutsche Forschungsgemeinschaft (1998) Hormonally
Active Agents in Food, Symposium, DFG-Senatskommission zur Beurteilung
der gesundheitlichen Unbedenklichkeit von Lebensmitteln, Wiley-VCH,
Weinheim
[21] European Centre for Ecotoxicology and Toxicology
of Chemicals (1996) ECETOC Task Force on Environmental Oestrogens:
"Environmental oestrogens: male reproduction and reproductive
development" Report, ECETOC Document No. 32
[22] European Community (1997) European workshop on
the impact of endocrine disruptors on human health and wildlife.
Workshop publication EUR 17549, Paris
[23] Farrow S (1994) Falling sperm quality: fact or fiction ? Brit. Med J 309: 1-2
[24] Ferguson DJP, Anderson TJ (1981) Morphological
evaluation of cell turnover in relation to menstrual cycle in the
"resting" human breast. Brit J Cancer 44: 177-181
[25] Fish H, Feldshuh J, Goluboff ET, Broder SJ,
Olsen JH, Barad DH (1996) Semen analysis in 1,283 men from the United
States over a 25-year period: no decline in semen quality. Fertil
Steril 65: 1009-1014
[26] Fry DM, Toone CK (1981) DDT-induced feminization of gull embryos. Science 213: 922-924
[ 27 ] Gaido KW, Leonard LS, Lovell S, Gould JC,
Babai D, Portier CJ, McDonell DP (1997) Evaluation of chemicals with
endocrine modulating activity in a yeast-based steroid hormone receptor
gene transcription assay. Tox Appl Pharmacol 143:205-212
[28] Gill WB, Schuhmacher FB, Bibbo M, Straus FH
& Schoenberg HW (1987) Association of diethylstilbestrol exposure
in utero with cryptorchidism, testicular hypoplasia and semen
abnormalities. J Urol 122: 36-39
[29] Golden RJ, Noller KL, Titus-Ernsthoff L, Kaufman
RH, Mittendorf R, Stillman R, Reese EA (1998) Environmental endocrine
modulators and human health: an assessment of the biological evidence.
Crit Rev Toxicology 28: 109-227
[30] Greenberg ER, Barnes AB, Ressegue L et al (1984) Breast cancer in mothers given diethylstilbestrol in pregnancy. N Engl J Med 311: 1393-1398
[31] Guillette L, Gross T, Mason GR, Matter JM,
Percival HF, Woodward AR (1994) Developmental abnormalities of the
gonad and abnormal sex hormone concentrations in juvenile alligators
from contaminated and control lakes in Florida. Environm Health
Perspect 102: 680-688
[32] Guillette L, Pickford DB Crain DA Rooney AA,
Percival HF (1996) Reduction in penis size and plasma testosterone
concentrations in juvenile alligators living in a contaminated
environment. Gen Comp Endocrinol 101: 32-34
[33] Hammond B, Katzenellenbogen BS, Krauthammer N,
McDonell J (1979) Estrogenic activity of the insecticide chlordecone
(Kepone) and interaction with uterine estrogen receptors. Proc Natl
Acad Sci 76: 6641-6645
[34] Harries JE, Sheahan DA, Jobling S, Mathiessen P,
Neall P, Routledge E, Rycroft R, Sumpter JP, Tyler T (1996): A survey
of estrogenic activity in United Kingdom inland waters. Environ
Toxicol Chem 15: 1993-2002
[35] Heinrich-Hirsch B, Beck H (1994)
Bestandsaufnahme von Daten zur Belastung von Frauenmilch mit
Organochlorpestiziden und polychlorierten Bphenylen in der
Bundesrepublik Deutschland. In: tätigkeitsbericht des
Bundesgesundheitsamtes 1993. MMV Medizin Verlag, München, pp 265-269
[36] Herbst AL (1981) Clear cell adenocarcinoma and the current status of DES-exposed females. Cancer 48: 484-488
[37] Hogan MD, Newbold RR, McLachlan JA (1987)
Extrapolation of teratogenic responses observed in laboratory animals
to humans: DES as an illustrative example. Banbury Report 26: Developmental Toxicology: Mechanisms and Risk . Cold Spring Harbor Laboratory, pp 257-269
[38] Kalbfus W (1998) Hormonaktive Substanzen in
(bayerischen) Gewässern - Herkunft und Gefährdungspotential. In:
GSF-Bericht 16/98, pp. 25-30
[39] Kavlock RJ, Daston GP, DeRosa C, Fenner-Crisp, Gray LE, Kaatari S, Lucier G, et al
(1996) Research needs for the risk assessment of health and
environmental effects of endocrine disruptors: A report of the U.S.
EPA-sponsored Workshop. Environm Health Perspect 104 (Suppl. 4):
715-740
[40] Kelce WR, Stone CR, Laws SC, Gray LE, Kemppalnen JA, Wilson EM (1995) Persistent DDT metabolite p,p? -DDE is a potent androgen receptor antagonist. Nature 375: 581-585
[41] Knight DC, Eden JA (1996) A review of the clinical effects of phytoestrogens. Obstect Gynecol 87: 897-904
[42] Kuiper GGJM, Carlsson B, Grandien K, Enmark E, Nilsson S, Gustafsson JA (1997) Comparison of the ligand
binding specificity and transcript tissue distribution of estrogen
receptors a and b. Endocrinology 138: 863-870
[43] Lackmann GM, Goen T, Schaller KH, Angerer J
(1996) PCBs and HCB in serum of full-term German neonates. Lancet
348: 1035
[44] Lindzay J, Korach KS (1998) Molecular actions of
steroids: the estrogen receptor knockout mouse as a model for the study
of endocrine disruptors. In: UBA Texte 50, pp. 27-33
[45] Mayr U, Butsch A, Schneider S (1992) Validation of
two in vitro test systems for estrogenic activities with zearalenone,
phytoestrogens and cereal extracts. Toxicology 74: 135-149
[46] McLachlan JA (1997) Synergistic effect of environmental estrogens: report withdrawn. Science 277: 462-463
[47] McLachlan JA, Newbold R, Bullock B (1975)
Reproductive tract lesions in male mice exposed prenatally to
diethylstilbestrol. Science 190: 991-992
[48] McLachlan JA, Korach, KS, Newbold RR, Degen GH
(1984) Diethylstilbestrol and other estrogens in the environment.
Fundam Appl Toxicology 4: 686-691
[49] Mellanen P, Petänen T, Lehtimäki J, Mükela S,
Bylund G, Holmbom B, Mannila E, Oikari A, Santti R (1996) Wood-derived
estrogens: studies in vitro with breast cancer cell lines and in vivo
in trout. Tox Appl Pharmacol 136: 381-388
[50] Melnick S, Cole P, Anderson D, Herbst A (1987)
Rates and risks of diethylstilbestrol-related clear-cell adenocarcinoma
of the vagina and cervix. An update. N Engl J Med 316: 514-516
[51] Micsicek RJ (1994) Interaction of naturally
occurring nonsteroidal estrogens with expressed recombinant human
estrogen-receptor. J Steroid Biochem Molec Biol 49: 153-160
[52] Newbold R (1995) Cellular and molecular effects
of the developmental exposure to diethylstilbestrol: Implications for
other environmental estrogens. Environm Health Perspect 103 (Suppl
7): 83-87
[53] Newbold R, Bullock B, McLachlan JA (1985) Lesions
of the rete testis in mice exposed prenatally to diethylstilbestrol.
Cancer Res 45: 5145-5150
[54] O Connor JC, Cook JC, Craven SC, Van Pelt CS, Obourn JD (1996) An in vivo battery for identifying endocrine modulators that are estrogenic or dopamine regulators . Fund Appl Toxicol 33: 182-195
[55] Paulsen CA, Berman NG, Wang C (1996) Data from
men in greater Seattle area reveals no downward trend in semen quality:
Further evidence that deterioration of semen quality is not
geographically uniform. Fertil Steril 65: 1015-1020
[56] Pfannhauser W, Leitner E, Mayer I, Siegl H
(1994) Forschungsbericht "Phthalate in österreichischen Lebensmitteln"
für das BMGK. GZ 353.064/0-III/9
[57] Pfannhauser W, Leitner E, Mayer I, Schaffer A
(1997) Forschungsbericht "Phthalate in Süßwasserfischen
österreichischer Herkunft", Schriftenreihe des BMUJF, Band 18
[58] Price KR, Fenwick GR (1985) Naturally occurring oestrogens in foods a review. Food Add Contam 2: 73-106
[59] Purdom CE, Hardiman PA, Bye VJ, Eno NC, Tyler
CR, Sumpter JP (1994) Estrogenic effects of effluents from sewage
treatment works. Chem & Ecology 8: 275-285
[60a] Ramamoorthy K, Wang F, Chen IC, Norris JD,
McDonell DP, Leonard LS, Gaido KW, Bocchinfuso WP, Korach KS, Safe S
(1997) Estrogenic activity of a dieldrin / toxaphene mixture in the
mouse uterus, MCF-7 human breast cancer cells, and yeast-based estrogen
receptor assays: no apparent synergism. Endocrinology 138: 1520-1527
[60b] Ramamoorthy K, Wang F, Chen IC, Safe S, Norris
JD, McDonell DP, Gaido KW, Bocchinfuso WP, Korach KS (1997) Potency of
combined estrogenic pesticides. Science 275: 405-406
[61] Reel JR, Lamb J, Neal BH (1996) Survey and
assessment of mammalian estrogen biological assays for hazard
characterization. Fund Appl Toxicol 34: 288-305
[62] Rurainski RD, Theiss HJ, Zimmermann W
(1977):über das Vorkommen von natürlichen und synthetischen östrogenen
in Trinkwasser. gwf-Wasser/Abwasser 118: 287-291
[63] SEER (1993) SEER Cancer Statistics
Review:1973-1990. (Miller BA, Ries LAG, Hankey BF, Kosary CL, Harras A,
Devesa SS, Edwards BK, eds), National Cancer Institute, National
Institutes of Health, Bethesda, Maryland, USA
[64] Seibert H (1996) Störungen der Entwicklung und
Funktion des männlichen Reproduktionssystems. Z Umweltchem ökotox
8: 275-284
[65] Setchell KDR, Zimmer-Nechemias L, Cai J, Heubl
JE (1997) Exposure of infants to phytoestrogens from soy-based infant
formula.. Lancet 350: 23-27
[66] Sharpe, RM (1993) Declinining sperm counts in men - is there an endocrine cause ? J Endocrin 136: 357-360
[67] Sharpe RM, Skakkebaek NE (1993) Are oestrogens
involved in falling sperm counts and disorders of the male reproductive
tract ? Lancet 341: 1392-1395
[68] Shelby M, Newbold RR, Tully, DB, Chae K, Davis
VL (1996) Assessing environmental chemicals for estrogenicity using a
combination of in vitro and in vivo assays. Environm Health Perspect
104: 1296-1300
[69] Soto A, Lin T, Justicia H, Silvia RM,
Sonnenschein C (1992) An "in culture" bioassay to assess the
estrogenicity of xenobiotics (E-Screen). In: Chemically-induced
alterations in sexual and functional development : The human wildlife
connection (Colburn T, Clement C, eds), Princeton Scientific
Publishing, Princeton, NJ, pp. 295-309
[70] Soto A, Chung KL, Sonnenschein C (1994) The
pesticides endosulfan, toxaphen, and dieldrin have estrogenic effects
on human estrogen sensitive cells. Environm Health Perspect 102:
380-383
[71] Stob M (1983) Naturally occurring food
toxicants: estrogens. In: Handbook of Naturally Occurring Food
Toxicants. CRC Press, New York, pp. 81-100
[72] Stumpf M, Ternes TA, Haberer K, Baumann W (1996)
Nachweis von natürlichen und synthetischen östrogenen in Kläranlagen
und Fließgewässern. Vom Wasser 87: 251-261
[73] Sumpter JP (1998) Reproductive effects from oestrogen activity in polluted water. Arch Toxicol. , Suppl. 20: 143-150
[74] Taubert HD, Kuhl H (1995) Postscriptum. In: Kontrazeption mit Hormonen, 2nd ed, Georg Thieme Verlag, Stuttgart
[75] Thierfelder W, Mehnert WH, Laußmann D, Arndt D,
Reineke HH (1995) Der Einfluß umweltrelevanter östrogener oder
östrogenartiger Substanzen auf das Reproduktionssystem . Bundesgesundheitsblatt 38: 337-341
[76] Toppari J, Larsen JC, Christiansen P, Giwercman A, Grandjean P, Guillette L, Jegou B et al (1996) Male reproductive health and environmental xenoestrogens. Environm Health Perspect 104 (Suppl. 4): 741-803
[77] Tyler CR, Jobling S, Sumpter JP (1998) Endocrine
disruption in wildlife: a critical review of the evidence. Crit Rev
Toxicology 28: 319-361
[78] Umweltbundesamt (1995) Umweltchemikalien mit endokriner Wirkung (Fachgespräch) UBA Texte, Band 65
[79] Umweltbundesamt (1997) Umweltchemikalien mit
endokriner Wirkung in Oberflächen-gewässern. Forschungsbericht von
G?lden M, Turan A, Seibert H. UBA Texte, Band 46
[80] United States Environmental Protection Agency
(1997) US EPA Special Report on Environmental Endocrine Disruption: An
effects assessment and analysis. EPA/ 630/R-96/012 (und im
Internet unter www.epa.gov/endocrine )
[81] Wakeling AE (1995) Tissue specific actions of antioestrogens. Mutation Res 333: 45-49
[82] Welshons WV, Rottinghaus BE, Nonneman DJ,
Dolan-Timpe M, Ross PF (1990) A sensitive bioassay for detection of
dietary estrogens in animal feeds. J Vet Diagn Invest 2: 268-273
[83] Wilcox AJ, Baird DD, Weinberg CR, Hornsby PP,
Herbst AL (1995) Fertility in men exposed prenatally to
diethylstilbestrol. N Engl J Med 332: 1411-1416
[84] Zacharewski T (1997) In vitro bioassays for assessing estrogenic substances. Environm Sci Techn 31: 613-623
Tabelle 1: Relative Wirkstärke einiger oestrogener Substanzen
in vitro in MCF-7 Zellen (E-Screen)
Substanz
Studie A Studie B Studie C,D
[45]
[82]
[69, 70]
__________________________________________________ _________
Oestradiol
1.0
1.0
1.0
DES
-
0.7
10
Zearalenon
0.04
0.0086
0.01
Zearalanol
-
0.4786
0.01
Coumestrol
0.0003
0.00111
0.00001
Genistein
0.0001
0.00080
-
Daidzein
0.00002
0.000007
-
Biochanin A
0.000012
0.000048
-
o,p? -DDT
-
-
0.000001
Kepon
-
-
0.000001
NP (techn.)
-
|