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Nitrofen in Öko-Produkten |
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Stellungnahme der Sektion Toxikologie der
DeutschenGesellschaft für experimentelle und klinische Pharmakologieund
Toxikologie (DGPT)
zum Vorkommen von Nitrofen inÖko-Produkten
Nitrofen
(2,4-Dichlor-4'-nitrodiphenylether) ist ein in Deutschlandund vielen
anderen Ländern nicht mehr zugelassenes Herbizid. In "Öko-Weizen" wurden
dennoch Verunreinigungen mit Nitrofen in Höhe von 5,96 Milligramm pro
Kilogramm gefunden. Der Einsatz derartig belasteten Weizens zu
Futterzwecken kann die Belastung von Fleisch mit Nitrofen zur Folge
haben. So wurde über Gehalte von 0,08 - 0,8 Milligramm pro
Kilogramm Fleisch in Puten nach Verfütterung belasteten Futters
berichtet. In einer Dosis von 20 Milligramm pro Kilogramm
Körpergewicht wurden bei Ratten Schädigungen der Nachkommen durch
Nitrofen beobachtet, wenn es an trächtige Muttertiere verabreicht wurde.
Insbesondere kam es dabei zu Missbildungen der Lunge und Störungen der
normalen Lungenentwicklung. Die Dosis ohne erkennbare toxische Wirkung
auf die Nachkommen wurde mit 0,17 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht
angegeben. Ferner kann Nitrofen bei chronischer Gabe an Nagern
leberschädigend wirken und in höherer Dosierung an Mäusen bzw.
Ratten (470 bzw. 65 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht und
Tag) Tumoren der Leber bzw. Bauchspeicheldrüse hervorrufen. Derartige
Wirkungen von Nitrofen sind bisher beim Menschen, möglicherweise wegen
der fehlenden bzw. außerordentlich geringeren Belastung, nicht
beschrieben worden. Die bisher gefundenen Nitrofengehalte in
Lebensmitteln würden, bei üblicher Verzehrsmenge, beim Erwachsenen zu
Expositionen führen, die, im Vergleich zu Tierexperimenten, ca. um
den Faktor 1000 bis 10 000 unter den entwicklungstoxischen bzw.
krebsfördernden Dosen liegen. Der Sicherheitsabstand zu der Dosis, bei
der keineentwicklungstoxischen Wirkungen an Ratten mehr feststellbar
waren, liegt bei ca. 100-fach. Eine akute Gefahr ist daher aus dem
kurzfristigen Konsum solcher Produkte nicht ableitbar. Dennoch sollten
der Verzehr Nitrofen-belasteter Lebensmittel vermieden bzw. solche
Produkteaus dem Handel genommen werden.
Leitungsgremium der Sektion
Stellungnahme der Sektion Toxikologie der DGPT (Mai 2002)
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