Künftige EU-Chemikalienpolitik PDF Drucken Email
Stellungnahme der Sektion Toxikologie der DeutschenGesellschaft für expertimentelle und klinische Pharmakologieund Toxikologie (DGPT) zur künftigen EU-Chemikalienpolitik

Die Sektion Toxikologie als die grösste Vereinigung vonToxikologen und Toxikologinnen im deutschsprachigen Raum begrüsst die Verbesserungen, die aus den Vorschlägen des EU-Weissbuches,Strategie für eine zukünftige Chemikalienpolitik' derEU-Kommission für den Umweltschutz resultieren, insbesonderedie zukünftige Behandlung von Altstoffen.

Allerdings erscheint die Forderung des Weissbuches, in den nächsten 12 Jahren für mehr als ein Drittel der über100 000 Altstoffe toxikologische Daten vorzulegen, und für bis zu 5000 Altstoffe toxikologische Untersuchungen zu fortpflanzungsgefährdenden und krebserzeugenden Wirkungen zu erstellen, unrealistisch. Wederdie chemische Industrie noch andere Institutionen verfügen über die personelle und materielle Ausstattung zur Bewältigungdieser Aufgabe.

Die in den letzten Jahren erfolgte und noch andauernde Demontageder Toxikologie an den deutschen Hochschulen und Forschungsinstitutionenund der daraus resultierende Mangel an toxikologischem Nachwuchsverschärft diese Situation. Auch in Zukunft wird sich Chemikaliensicherheitnicht ohne toxikologischen Sachverstand realisieren lassen. Staat und Gesellschaft sind daher aufgefordert, sich vermehrt fürdie Aus- und Weiterbildung von Toxikologen und Toxikologinnenzu engagieren.

Bezüglich der Neustoffe erscheint problematisch, dass für Stoffe unter 10 Jahrestonnen seitens der Hersteller keinesog. Basisdaten zur Toxikologie mehr vorgelegt werden müssen.Die Sektion Toxikologie verlangt, dass dies bereits ab 1 Jahrestonnegeschehen muß und fordert die Bundesregierung auf, auf eine Nachbesserung dieser Regelung zu dringen. Gleichzeitig müssen klare Vorgaben für die Einstufung und Zulassung von Stoffen mit erbgutverändernden, krebserregenden und fortpflanzungsgefährdenen Wirkungen erarbeitet werden. Stellungnahme der Sektion Toxikologie der DGPT (März 2001)

 
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